Bruchzeit - das neue Web

In letzter Zeit taucht im Internet überall bei ganz verschiedenen Anlässen ein eigentlich gar nicht so neuer Begriff auf: ?Web 2.0?. Dieser Begriff stammt bereits aus dem Jahr 2004, hat aber erst dieses Jahr eine breite Resonanz erhalten, die bis in alle Ritzen reicht. Aber worum handelt es sich dabei?

Das Internet entwickelt sich in rasantem Tempo weiter. Ständig entstehen neue Technologien und die OpenSource, die nirgendwo so stark vertreten ist wie bei Webtechnologien, heizt diesen Prozess unglaublich an. Es ist heute nicht mehr üblich aus einer neuen Idee direkt Kapital zu schlagen. Man veröffentlicht es OpenSource und die Sache wird ein Selbstrenner.

<div style="float: right; margin-left: 5px; text-align: center"><br><strong>PostgreSQL</strong></div>Dabei ist es unglaublich wenn man zurück sieht. Am Anfang war nur HTML. Man hatte statische Seiten, die andere betrachten konnten. JavaScript brachte mehr Dynamik rein, schließlich waren es aber Datenbanksysteme und Skriptsprachen wie PHP und MySQL die überall interaktive Seiten aus dem Boden sprießen ließen. Wobei MySQL nun auch schon zum alten Eisen zählt, ihm wird von PostgreSQL langsam aber sicher der Rang abgelaufen. Wurden Webseiten zuerst nur betrachtet, wurden sie plötzlich interaktiv, man konnte mitmachen.

Dann begann der Siegszug der Photoshop Layouts und das berühmte ?Slicen?. Tabellenlayouts und Grafiken brachten die Grafiker ins Web und lösten den Boom einer neuen Art von Webseite aus, den grafischen Tabellen-Layouts [gTL]. In dieser Zeit wurde auch Webstylez geboren - denn mit dem Aufstieg der gTL ging der Boom der Tutorial-Communities einher.

Im Jahre 2004 kam der Begriff Web 2.0 auf. Damit wurde charakterisiert, dass plötzlich im Web an allen Fronten neue Technologien auftauchten. Vor allem zum Jahreswechsel 2005/2006 bekam dieser Begriff neue Dimensionen, als er in der Öffentlichkeit auftauchte und dort reg diskutiert wurde.

<div style="float: right; margin-left: 5px; text-align: center"><br><strong>RSS</strong></div>Mit dem aufkommen der Weblogs verfielen statische Homepages größtenteils. Aus HTML ging XML hervor, paarte sich wieder mit der Mutter und XHTML entstand. CSS erweitere HTML unglaublich und XSL übertrug jene Funktionalität die CSS bei HTML übernommen hatte nun auf XML. Aus XML entstanden unglaublich viele neue dynamische Webfunktionen wie RSS, das heute überall ist, und von den Weblogs praktisch über Nacht zum großen Star gemacht wurde - lange bevor die ersten Medien sich der Technologie überhaupt bedienten.

<div style="float: left; margin-right: 5px; text-align: center"><br><br></div>Google unterstützte diese neuen Technologien massiv und mit dem Auftreten des Firefox wurde man langsam unabhängig von Microsofts entwicklungshemmenden Monopolmissbrauch. Dann kamen noch die Wikis zum Durchbruch - Wikimedia zählt heute neben der Mozilla Foundation und Google zu den Webgiganten schlecht hin.

Das eDonkey Netzwerk, Kazaa und Napster brachten p2p zum Boom, die beiden letzteren sind bereits Geschichte. Das eDonkeyNetwork dagegen bringt bereits die Zukunft von p2p hervor: Kademlia. Es wird einmal p2p ohne Abhängigkeit von Servern ermöglichen, was zunehmends nötig wird da dem eDonkeyNetwork ein Server nach dem anderen dicht gemacht wird.

Nun werden auch noch die Vorzüge von XML und JavaScript verbunden und bringen einen neuen Trend hervor: AJAX. Es ermöglicht endlich ausschließlich Fragmente einer Seite neu zu laden.

Zusammen mit CSS 2.0 und XHTML ist auch ein neuer Trend aufgeflammt: die Ebenen-Masken oder LayerLayouts. Nach dem Grundsatz "Nie wieder Tabellen", ermöglichen Div-Elemente nun echte Layouts im ursprünglichen Sinn. Der Trend hat bereits feste Strukturen, wie die Century Gothic Schrift in den Titeln, Verdana für den Text und druckorientierte Farbschattierungen, die das Auge schonen.

Weiter auf dem Vormarsch ist die Vektorgrafik, die auf einigen Linux-Systemen die Pixelgrafiken bei den Icons schon völlig abgelöst hat. Der alte Aqua-Effekt mit dem Apple die Grafikerwelt in Bewegung gesetzt hat ist längst in einem neuen Trend aufgegangen. Wollte vor Kurzem nämlich noch jede Seite im Aqua-Glanz erstrahlen, schlägt der Trend nun ins andere Extrem und der Kitsch weicht seriösen Farben mit einfachen Strukturen. Statt aufwendigen Grafiken spielt man nun mit CSS, dass wiederum bald den Web 3.0 Hype auslösen wird, denn CSS 3.0 wird multimedial.

<div style="float: right; margin-left: 5px; text-align: center"><br><strong>Freier Browser</strong></div>

Web 2.0 ist also ein Trendbegriff, der die neu aufkommenden Technologien dieser Zeit zusammenfasst. Tatsächlich sind wir nach dieser Definition in manchen Bereichen schon geradewegs ins Web 3.0 geschlittert, in den Developper-Roadmaps der Mozilla Foundation wird dieser Begriff beispielsweise schon längst verwendet, und einige Meilensteine dorthin sind schon längst gelegt.

Nach wie vor bleibt Microsoft die größte Entwicklungsbremse für das Internet. Jedes Mal wenn ein IE herauskommt, ist dessen Technologie bereits veraltet und hält die entstandenen Standards nicht ein. Bleibt nur zu hoffen, dass normale Anwender nun auch endlich die Vorzüge der freien Browser erkennen und umsteigen. Und wenn es die freien Browser dann endlich schaffen einen gemeinsamen Standard für CSS und HTML einzuhalten, wird die Entwicklung des Internets endlich das Tempo erreichen, dass ihr zusteht.

Für alle die sich noch intensiver über das Thema informieren wollen gibt es mittlerweile sogar ein eigenes Netzwerk von Web 2.0 Blogs: http://www.web20spot.de

Wir freuen uns natürlich, wenn jemand von euch hier Artikel über das Thema veröffentlichen will, wie das System von WebstyleZ es jedem ermöglicht. Zu recherchieren gibts in diesem Blog-Netzwerk mit Sicherheit genug.
Veröffentlicht am Donnerstag, 19. Oktober 2006 um 08:24
Tags: Specials

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Kommentare

blackfeet
blackfeet am Donnerstag, 19. Oktober 2006 um 17:42

Finde es sehr schön dass postgres erwähnt wurde.

Sunigatsu
Sunigatsu am Sonntag, 22. Oktober 2006 um 11:52

Richtig gut verfasster Text. Verständlich für jeden!

sX
sX am Freitag, 27. Oktober 2006 um 11:33

"Der Trend hat bereits feste Strukturen, wie die Century Gothic Schrift in den Titeln, Verdana für den Text und druckorientierte Farbschattierungen, die das Auge schonen."

Toller Artikel, was möchtest du uns damit sagen? Man könnte den Titel eher in Geschichte des Webs umbennen...

Markus René Einicher
Markus René Einicher am Donnerstag, 2. November 2006 um 08:40

Du kannst ja Web 2.0 nur bestimmen wenn du erklärst was web 1.0 is, was die einzelnen SAchen sind die dazu zählen und wohin sie sich in Web 2.0 entwickelt haben. Ich finde, genau das hab ich gemacht.

FrAgDeViL
FrAgDeViL am Dienstag, 5. Dezember 2006 um 07:32

sehr schöner artikel, n1 arbeit


(in Worten)